1234yf und kein Ende – Eine amerikanische Saga

Der Streit um das Kältemittel R 1234yf geht in die nächste Runde.

Okay, man kann verstehen, dass Opel andere Sorgen hat, als Forschungsgelder in die Entwicklung eines alternativen Kältemittels zu stecken. Aber der Sache haben die Tests im Schulterschluss mit dem TÜV – es findet sich meist einer, der seinen Gütestempel drunter setzt, diesmal also der TÜV Rheinland – letztlich geschadet. Denn dass Daimler sich ursprünglich daran machte, Tests unter Realbedingungen durchzuführen, um dann einer unsicheren Zukunft in Sachen Klimaanlagen entgegenzusehen und um viel Forschungsgelder für die Entwicklung einer Alternative, einer umweltfreundlichen CO2-Klimaanlage, in den Hand nehmen zu müssen; diese Vorstellung ist ebenso bizarr wie unlogisch.

Der neuerliche Vorgang hat ein Geschmäckle: Opel wird von General Motors gegängelt, könnte ohne die amerikanische Konzernmutter besser dastehen, durfte Modelle nicht auf den Markt bringen, macht letztlich gute Miene zum bösen Schließungsspiel.

In Amerika ist das Kältemittel R 1234yf als Lösung aller Probleme begrüßt. Alleinige Lieferanten des Mittels sind die beiden amerikanischen (!) Chemiekonzerne Dupont und Honeywell.

Caution! R1234yf

Caution! R 1234yf

Auch wenn ihr Kältemittel formal umweltverträglicher ist als das bisherige Kältemittel R134a, so ist es doch viermal zu schädlich wie CO2. Deshalb: Premium Hersteller deutscher Landen vereinigt euch und bleibt dran an der Entwicklung einer CO2 Klimaanlage. Und Politiker in Brüssel: Gewährt den OEMs die dazu nötige Entwicklungszeit. In der Zwischenzeit sehe jeder, mit welchem Kältemittel er’s treibe und wie sich die Käufer entscheiden.

Es kann nicht angehen, dass der TÜV Rheinland am Ende noch das Umweltbundesamt aussticht. Zur Erinnerung. Untersuchungen der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM) hatten das Kühlmittel als gefährlich eingestuft: “Die Untersuchungen der BAM zeigen, dass mit dem Einsatz von 1234yf Gefahren verbunden sind. Die Gefahren ergeben sich aus dem beim Brandfall und bei hohen Temperaturen bereits ohne Brand aus dem Kältemittel 1234yf entstehenden Fluorwasserstoff.”

Da entsteht schon mal die Frage nach der wahren Motivation für die Tests von Opel – wohlgemerkt mit General Motors als ständigem Aufpasser bedrohlich im Nacken. Ob es wirklich um die Sicherheit der Insassen geht und nicht eher um einen Persilschein für den Verkauf der Autos, die das Kühlmittel 1234yf an Bord haben? Denn klar ist: Der Opel Mokka muss ein Erfolg werden. Und er klimatisiert nun mal nach „bester“ amerikanischer Manier mit 1234yf. Ein Schelm, der Böses dabei denkt?

Susanne Roeder

©roe

PS: See also a lengthy article by Doug Bolduc

http://europe.autonews.com/apps/pbcs.dll/article?AID=/20130404/ANE/304039790/opel-says-crash-test-shows-new-refrigerant-is-safe&cciid=email-ane-daily#axzz2PVMsrVft

PPS: Auch in Deutschland hat jetzt, am 6. Mai 2013, endlich ein weiteres Online-Medium sich des wichtigen Themas angenommen – unter dem Titel: Jetzt beginnt die Schlammschlacht ums Kältemittel. Dazu ist anzumerken: Die Schlammschlacht beginnt freilich nicht erst jetzt – nur wurde die Diskussion in den Medien bisher fast verschlafen. Ist nun mal nicht so sexy wie Fahrzeugpräsentationen…

http://www.auto-medienportal.net/artikel/detail/20920/:

 

 

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