The Lord of the Rings

Audi and its pinnacles of performance: Sssssssssssss und RrrrrrrSssssssssss …

Audi in Red: Die ungleichen quattro-Sportler S3 und RS6 Avant

Audi in Red: Die ungleichen quattro-Sportler S3 und RS6 Avant

Audi lupus est – Der Wahre Wolf im Schafspelz

Audi sitzt in Ingolstadt und Neckarsulm, nicht in Wolfsburg. Das ist ein Glück, denn die geschichtlichen Konnotationen und das Antlitz der wölfischen Burg sind nicht eben schmeichelhaft. Es geht auch nicht um den Wolfsburger Lupo, den Zwerg der VW Familie. Es geht um die etwas schnellere Variante der ohnehin drehmomentfreudigen Modelle mit den vier Ringen. Wieso Neckarsulm? Viele Nicht-Baden-Württemberger wissen noch immer nicht, dass hier ein gleichwertiger Zweitsitz von Audi ist. Mehr noch. Audi Enthusiasten und eingefleischte quattro Fans wissen, dass hier die schnellen RS Modelle und weitere Premium Audis (A4, A6) gebaut werden und dass hier der Sitz der quattro GmbH mit ihren exklusiven Ausstattungsmöglichkeiten für die Fahrzeugindividualisierung wirkt. Von 1969 bis 1984 war Neckarsulm sogar der Hauptsitz. Der Name: NSU Auto Union. Denn wie heute war VW auch Ende der 1960er Jahre in Kauflaune und übernahm kurzerhand die NSU Motorenwerke AG. NSU, einst stolzer Name für den Fahrrad-, Motorrad-, Automobil- und Motorroller-Hersteller, der nach der Gründung anno 1873 sieben Jahre später in die Stadt, wo die Flüsse Neckar und Sulm zusammenfließen, umzog. Doch wer denkt heute  bei den Kürzeln NSU noch an Automobilbau? Gibt man heute NSU bei Google ein, findet sich gerade mal die VW Aktie an erster Stelle, doch dann seitenweise die rechtsradikale Szene samt Einzelheiten zum NSU Prozess. Schade, dass Audi den Begriff NSU nicht schützen lassen konnte. Audi_Ringe

Dessen ungeachtet lockt Audi dieses Jahr mit einem Leckerbissen nach dem andern, egal ob aus der NSU- oder IN-Schmiede. Der Audi S3 und RS6 Avant sind zwei Highlights, die wir vor kurzem ausgiebig fahren durften. Sehr unterschiedlich, aber beide in ihrem Segment herausragend und faszinierend. Das Fazit vorab: mehr davon! Man möchte schlichtweg weiterfahren. Doch das Angebot, den RS6 Avant direkt vor die eigene Haustür und weiter nach Neckarsulm zu fahren, stieß auf taube Ohren. Die Audi Mannschaft ist an Lob gewöhnt. Zu Recht. Das Handling beider Fahrzeuge ist wieder mal beeindruckend präzise, die Verarbeitung lässt keine Wünsche offen. Lediglich der Preis. Da bildet sich auch ohne Lenkrad in der Hand und sportliche Fahrweise die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Der Fahrspaß à la “Vorsprung durch Technik” im S3 beginnt bei 38 900 Euro. Für den Fünftürer, den neuen S3 Sportback, kommen bescheidene 900 Euro dazu. Fast das Dreifache muss man für den neuen Spitzensportler RS6 Avant berappen. Das neue Flaggschiff kann man ab 107 900 Euro sein eigen nennen. Über Extras können es schnell 130.000 Euro und mehr werden. Aber wer das Auto gefahren ist und es sich leisten kann, will es haben.

Let’s hit the road, yessss!

Let's hit the road, yessss - with sheer unlimited power

Let’s hit the road, yessss – with sheer unlimited power

Satt und gefräßig steht der wahre Lupus Audiensis vor uns da. Satt im Design. Gefräßig, weil er viel Strecke machen will und das blitzschnell wie ein Pfeil. Wären wir uns in und um den Münchner Flughafen herum begegnet, wir hätten uns vermutlich den Vogel gezeigt oder die Lichthupe betätigt. Zu Unrecht, denn er erledigt alle Manöver souverän. Der RS6 Avant ist einfach sauschnell, ein Rennwagen mit Tarnkappe. Man tritt aufs Gas, und er rast davon. Blitzschnell hat er weitere Reserven parat. Ein hammerhartes Fahrerlebnis. Ohne Geisterfahrer zu sein, wird die Gegenfahrbahn zur fast so häufig befahrenen Spur wie die eigene. Natürlich macht es auch Spaß, als Frau das Stereotyp zu bedienen und mal so richtig die Geschwindigkeitskrallen ausfahren zu können. Sieht ja so harmlos aus: Frau am Steuer und kurz vor Ortseinfahrt. Der Mercedes-Benz S-Klasse Fahrer vor uns macht sich schon mal breit – ein Tritt aufs Gaspedal; und er wird zum Punkt im Rückspiegel. Überhaupt können wir in aller Regel relativ unbehelligt durch die Gegen brausen. Bei Audi erklärt man das so: “Der RS6 hat eine höhere Akzeptanz als ein reiner Sportwagen. Denn er bietet ein gewisses Maß an Seriosität in allen Lebenslagen.”

Einen noch unvorstellbareren Job leisten die Bremsen, wenn wir direkt vor Ortseingang brutal in die Eisen steigen. Die RS-Bremsanlage und Keramikbremsen als Sonderausstattung

Von 305 auf 50: Höchstleistung im Runterbremsen

Von 305 auf 50: Höchstleistung im Runterbremsen

greifen sofort knallhart durch. Denn egal wie sehr ein erfahrener Fahrer die brachiale Kraftentwicklung samt famosem Drehmoment von 700 Newtonmetern. Hätten wir gewollt, wir hätten ihn per Kickdown in 3,9 Sekunden von null auf hundert gebracht, ohne Grummeln des Motors. Diese Eckdaten des 560 PS starken geräumigen Kombi dienen nicht der Prahlerei. Sie sagen schlichtweg: dieser Biturbo-V8 kann, wenn er will. Leicht geworden ist er auch. Um etwa hundert Kilogramm hat er abgespeckt. Zu einem erheblichen Teil ist das der Veränderung von einem V10 zu einem V8 Aggregat geschuldet. Ein Downsizing, das zudem trotz Zylinderabschaltung (Cylinder on Demand) von acht auf vier Zylinder im Teillast-Bereich absolut überzeugt. Der Motor ist allzeit bissbereit. Kein Turboloch, ein permanent griffiger Motor, der keinen Quälbereich kennt. Und dazu dieser satte Sound, der bullig dröhnt und mit seinen Sportrohren bollernde Salutgrüße an die Umwelt verteilt.

Der Audi Bolide knurrt auch im Stehen. Er duldet keinen Stillstand. Doch das Leben auf den Straßen der Neidgesellschaft Deutschland, von den Zuständen in der Schweiz ganz zu schweigen, wird dem Herr der Ringe alles andere als leicht gemacht. Freie Fahrt für freie Bürger. Dieser Spruch der 1970er Jahre gegen die damals drohende und auch aktuell immer wieder debattierte generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf 130 km/h war mit Sicherheit nicht klug gewählt. Allerdings wäre es zu begrüßen, wenn diese leidige Diskussion um Begrenzungen im Hightech-Land Bundesrepublik endlich ad acta gelegt werden könnte. Der Hochgeschwindigkeitszug TGV rast mit 320 km/h davon, Flugzeuge fliegen mit unvorstellbar schneller Geschwindigkeit durch die Lüfte. Nur das Automobil soll quasi stillgelegt werden. Abgeriegelt wird schon seit Jahrzehnten. Denn auch der RS6 Avant mit Dynamikpaket plus könnte mehr als 305km/h.

"Passen's auf sich auf!" Zuspruch einer Pfarrfrau, auf die der RS6 Avant auch Eindruck machte.

“Passen’S auf sich auf!” Zuspruch einer Pfarrfrau, auf die der RS6 Avant auch Eindruck machte.

Warum also nicht das eine tun, ohne das andere zu lassen? Der Verkehr nimmt weiterhin zu. Speziell im Transitland Deutschland. Mit Sicherheit lässt er sich flüssiger gestalten, wenn auf dreispurigen Autobahnen nach und nach verschiedene Geschwindigkeiten für verschiedene Spuren gelten. Die rechte Spur sollte für 80 bis 120 km/h vorbehalten sein. 125 bis 150 km/h könnten auf der mittleren Spur und Geschwindigkeiten ab 160 km/h auf der linken Spur gelten. Kommt dann ein Fahrzeug deutlich schneller angeschossen, können langsamere Fahrer zügig in die mittlere Spur wechseln, um danach wieder rauszubeschleunigen. Die vierte Spur, wo es sie gibt, sollte grundsätzlich für Geschwindigkeiten ab 190 km/h vorbehalten sein. Zusätzlich könnte es angekündigte Bereiche geben, in denen der Schwerlastverkehr überholen, also von der rechten auf die mittlere Spur ausscheren darf, um nicht über weite Strecken hinter einem erheblich langsameren Artgenossen festzuhängen. Keiner soll zum schnellen Fahren verurteilt werden. Dann bitte auch nicht zum Langsamfahren.

Start these engines instantly!

Nach der Power-Familienkutsche RS6 Avant –  nein, das ist kein Widerspruch. Es ist eine der überzeugendsten Formen des Horaz’schen “dulce et utile” im 21. Jahrhundert, eben die perfekt gelungene Symbiose von “Nutzfahrzeug” und Angenehmem, quasi einem Rennwagen mit Straßenzulassung. Nach dieser granatenmäßigen Power-Familienkutsche also scheint der S3 vergleichsweise harmlos. Scheint. Denn handzahm ist er mitnichten, der Power-Kompakte aus Ingolstadt.

S 3 und Susanne - aber bitte in Misanorot Perleffekt

S 3 und Susanne – aber bitte in Misanorot Perleffekt

Mit Charaktereigenschaften wie 300 PS (221kW), die einen Sprint von null auf hundert km/h in 4,8 Sekunden (S tronic) oder 5,2 Sekunden (manuell) ermöglichen, mit einem Drehmoment von 380 Newtonmetern zeigt auch der S3, dass er mit Fug und Recht zur Riege der Leistungssportler gehört. Er ist knackig, frech und wie gewohnt präzise steuerbar. Der Zwei-Liter Turbomotor mit seinen vier Zylindern ist schon aufgrund seines sparsamen Verbrauchs von 6,9 (S tronic) oder 7 Liter Normverbrauch ein weiteres Highlight in der quattro-Phonie der sportlichen Allradler. Auch der S3 wird wieder mit einer RS-Variante aus Neckarsulm getoppt, allerdings muss man auf ihn noch ein paar Jährchen warten. Und wer will das schon.

30 Jahre quattro GmbH

Außer einem Feuerwerk neuer Modellgenerationen und Facelifts feiert Audi dieses Jahr auch 30 Jahre quattro GmbH. Alle RS Modelle werden in der Manufaktur und hundertprozentigen Tochter von Audi in Neckarsulm gefertigt. Dazu kommt der Mittelmotorsportwagen R8. Und nicht nur das. Die quattro GmbH, die dem Motto „Power, Speed und Individualität“ huldigt, hat drei Geschäftsfelder. An erster Stelle stehen Entwicklung und Bau der Hochleistungsmodelle, also der RS- und R8-Typen. Ein zweites Betätigungsfeld sind die Fahrzeugindividualisierung und die Accessoires. Passend dazu befasst sich die quattro GmbH auch mit dem Kundenmotorsport, dem Audi Sport Customer Racing, in dem so bekannte Rennfahrer wie Markus Winkelhock und Rahel Frey unterwegs sind.

Rechtzeitig zum Jubiläum hat Audi dieses Fahr vier neue RS-Modelle auf die Straße gebracht: Den Anfang machte der RS4 Avant, dessen dritte Generation seit Jahresbeginn beim Händler steht. Darauf folgten in schneller Folge der RS7, der RSQ3 und zuletzt eben der Herr der Ringe, der atemberaubend schnelle RS6 Avant. Allein im letzten Jahr haben 11.500 RS und R-Modelle ihren Käufer gefunden. Ganz zu schweigen vom Wunsch der Automobilisten nach Individualisierung. Sie hielt im vergangenen Jahr in 160.000 Audi Modelle Einzug. Wer da unkt, der RS6 Avant und seine Artverwandten seien eine aussterbende Rasse, der irrt sich hoffentlich gewaltig. Denn zum einen wird die Gruppe der Autobegeisterten, die gerne sportlich schnell unterwegs sind, nicht versiegen. Zum andern haben Hightech die Verbräuche der RS-Modelle dermaßen reduziert, dass der Normverbrauch des Zweitonners RS6 Avant gerade noch bei 9,8 Liter Kraftstoff auf hundert Kilometer liegt. Das hätte vor wenigen Jahren ein Kleinwagen verbraucht.

Kommandozentrale vom Feinsten

Kommandozentrale vom Feinsten

Reinsetzen und wohlfühlen. Das haben sowohl der S3 als auch der RS6 Avant von Anfang an bei der Fahrerin ausgelöst. Auch nicht ansatzweise das leiseste Gefühl von Unbehagen oder gar Unwohlsein vor schneller Beschleunigung und vielen Pferdestärken. Ausgefeilte Technik, bequeme Sportsitze, ein  und ein Interieur vom Feinsten machen’s möglich.

Susanne Roeder

©roe

 PS: Und weil die leidige Diskussion zu Tempolimits rechtzeitig zum Wahlkampf wieder ein Kampfthema wird, möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich auf die Meinung von Mobil in Deutschland e.V. hinweisen:
Kein Tempolimit 120 km/h: Nichts spricht dafür, vieles dagegen!
http://www.mobil.org/mobil/nachricht/article/mobil-in-deutschland-ev-zum-tempolimit-nichts-spricht-dafuer-vieles-dagegen/

 

25 Gedanken zu “The Lord of the Rings

  1. Hallo Frau Roeder,

    das ist eine interessante Idee, die sie da zum Thema Tempolimit formuliert haben. Wenn auch gut gemeint, dürfte eine festgelegte Geschwindigkeit für die einzelnen Fahrbahnstreifen jedoch äußerst schwer zu kontrollieren sein. Auch würde eine entsprechende Lösung relativ schlecht mit den Verkehrsverhältnissen skalieren und unter nicht-idealen Umständen Autofahrer dazu drängen, schneller oder langsamer zu fahren, als sie es eigentlich müssten oder wollen. Dynamische Verkehrsleitsysteme leisten hier bessere Arbeit. Allgemein sind Forderungen nach einem starren Tempolimit aus genannten Gründen problematisch.

    Mit freundlichen Grüßen,
    David Navratil

    Mobil in Deutschland e.V.

  2. Danke für Ihren Input. Und danke für Ihre Meldung gegen ein Tempolimit. Dass wir diese ätzende Diskussion nie loswerden. Im Hightech Land Deutschland. Die Schweizer kommen zu uns und rasen los… Wie oft sehe ich im Kriechland Schweiz Unfälle! Es ist eine unglaubliche Bevormundung der Autofahrern. Wenn die Polizei auch darauf achten würde, wie Klein-PS Fahrzeuge auf den linken Spuren bummeln und den Verkehrsfluss behindern, weil sie oftmals meinen, die “Raser” erziehen zu müssen und nicht selten Unfälle auslösen durch inkompetentes Fahrverhälten, wäre das schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
    Hier zu Ihrer Meldung, die ich voll und ganz begrüße:
    Kein Tempolimit 120 km/h: Nichts spricht dafür, vieles dagegen!
    http://www.mobil.org/mobil/nachricht/article/mobil-in-deutschland-ev-zum-tempolimit-nichts-spricht-dafuer-vieles-dagegen/

  3. Vielen Dank für die Verlinkung!

    Ja, die Gutmenschen machen oft mehr kaputt, als sie gut meinen. In Amerika hat man schon 1992 nachgewiesen, dass zu niedrig angesetzte Tempolimits bisweilen sogar die Unfallquoten erhöhen. Aber Hauptsache, die Staatskassen sind gefüllt, damit die Politiker, die sich diese Dinge ausdenken, sich eine Decke über dem Kopf leisten können. Und Privatflüge.

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