High Flyers

A Celebration of the 911

The 1970 F-model, the G-model from 1981 and the current 911 taking off into the sky – Porsche finally has its spectacular monument right in the centre of Porscheplatz. This is bound to attract even more friends and lovers of the iconic marque.

Learing to fly !

Learing to fly ! Photo: Roeder.

“Inspiration 911” has transformed Stuttgart-Zuffenhausen’s most famous roundabout in front of Porsche Museum. And the thousands of motorists passing it daily will see a towering tribute in white to the eternally young 911, to the people at Porsche and to the epicentre of the Porsche group exemplified by the listed red brick building just 300 metres away, where the 911 story began.

A splendid inauguration ceremony officially dedicated the sculpture to the public, and the road leading to Porscheplatz was cordoned off for all but a moving collage of selected Porsche sports cars. This outstanding work of art that British artist Gerry Judah created for Porsche is a variation on the acclaimed temporary sculpture which he had conceived for the Goodwood Festival of Speed in 2013 to celebrate 50 years of the Porsche 911.

This sculpture completely designed in white has quite obviously been built to stand for decades, very much in keeping with the never-ending story of Porsche passion and of the 911 in particular. No other sports car model has survived for anything like as long and kept its essential identity through now seven evolutionary phases. It is still the benchmark for its class and has created a myth beyond compare.

The artist’s idea, inspired by this myth, is wonderfully simple: Three cars – that is three actual cars minus only fluids – are fixed to three elegantly asymmetrical arms that reach out into the sky; one to Austria, where in Gmünd back in 1948 Ferry Porsche built the first 356 which started it all, another towards Saxony and to the second Porsche plant in Leipzig. Not far from here Porsche have recently bought the toolmaking division of KUKA Systems. This is another subsidiary and now operates under Porsche Werkzeug GmbH. The third highlights nearby Weissach, where all Porsche cars are designed and developed and which simultaneously is the hotspot of the successful racing division which this year has really taken off in a big way with their World Endurance Racing triumphs.

The 24 metre high “Inspiration 911” has given Stuttgart another significant landmark. It pinpoints the sports car manufacturer’s longstanding commitment to the city and pays homage to Ferry Porsche’s dictum: “Those who are fortunate enough to build a business from a dream owe it to the world to be the custodians of that dream.” This belief has now been visualised and planted solid in the ground while still displaying the sheer dynamism and inspiration that will take Porsche into the future.

Susanne Roeder

From the Racetrack to the Road

This season's Black Magic: LMP1 Porsche 919 hybrid

This season’s Black Magic: LMP1 Porsche 919 hybrid

Modulare Baukastenstrategie hin oder her: Der Motor bleibt im Heck!

Uns geht es nicht in erster Linie um Volumina.“ Matthias Müller, der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, wird nicht müde, dies zu betonen. So auch bei der diesjährigen Jahrespressekonferenz. Worum es stattdessen geht? Um ein gesundes „betriebswirtschaftliches Ergebnis und um eine Kundenbasis, die für uns berechenbar ist und bleibt“. Das Ziel sei immer, absolutes Wachstum zu erzielen. Nicht nur das ist dieses Jahr gelungen. Nach Audi am Wochenanfang konnte auch Porsche innerhalb der Volkswagen-Familie ein neues Rekordergebnis verkünden, das bisher beste seiner Konzerngeschichte. Die Marge lag bei 16 Prozent und soll auch im laufenden Jahr die 15 Prozentmarke erreichen. Womit sich erneut bestätigt, dass Porsche einen erklecklichen Teil zum Umsatz im Volkswagenkonzern beiträgt.

Sustainability and Porsche Intelligent Performance

Der Sportwagenhersteller stellt sich von jeher rundum nachhaltig auf, ist nicht auf der Jagd nach kurzfristigen Erfolgsquoten. Das betrifft die Finanzpolitik – Stichwort Währungssicherung – genauso wie ein kontinuierliches sogenanntes „integriertes Porsche Prozessoptimierungsprogramm.“ Die Planung fürs Jahr im Einzelnen will Porsche nicht ausrollen, zumal man gerade erst März habe und die konjunkturelle und geopolitische Situation höchst volatil sei. Genau hier bezahle sich langfristiges Vorgehen. Um Planungssicherheit zu haben, betreibt die Porsche AG Währungssicherung, kann dadurch zwar nicht am ‚Doping für die Konjunktur‘ partizipieren, ausgelöst vom massiven Sturzflug des Euro, war andererseits aber auch gegen den Verfall des Rubel gefeit. „Wie sonst hätten wir gegen den Trend knapp 4.800 Autos in Russland verkaufen können?“

So viel an strategischen Zahlen aber war zu hören: Zwischen sieben und acht Prozent des Umsatzes müsse die Porsche AG jedes Jahr neu investieren, um die kostenintensiven gesetzlichen Anforderungen erfüllen und die Produktpalette weiter ausbauen zu können. Allein die strengen CO2 Auflagen schlügen pro Fahrzeug mit rund 2.000 Euro zu Buche. Eine neue Modellreihe zu installieren, allein der Aufbau dafür koste gut eine halbe Milliarde Euro.

Seventh Model Range

Und in der Tat kursiert schon längere Zeit das Gerücht um eine weitere, nämlich siebte Baureihe, welche „Ende dieser Dekade“ kommen soll. Wann genau dies sein wird, in welchem Segment und ob vielleicht gar als reines Elektromodell oder an welchem Standort es produziert werden soll, darüber hüllt sich das Unternehmen nach dem Motto „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ in letzterem.

Im Rahmen der Baukastenstrategie fällt Porsche die Oberhoheit über den MSB und den MMB zu, also über den Modularen Standardantriebs-Baukasten und Modularen Mittelmotor Baukasten. Heißt das nun, dass alle Porsche zukünftig mit einem Mittelmotor unterwegs sind? Mitnichten! Müller betont klar und deutlich: „Der Motor des 911 bleibt im Heck.“ Man habe mit dem Mittelmotor für Boxster und Cayman eine gute Aufteilung der Modellpalette erreicht. Wenn der Motor eines 911, der eigens für besondere Erfordernisse im Rennsport ausgelegt wird, etwas anders platziert wird, sei das eine andere Geschichte. Und gebetsmühlenartig fügt Müller hinzu und man nimmt es ihm ohne Einschränkung ab: „Ein 911 bleibt ein 911.“ Mit diesem Versprechen hatte er seinerzeit sein Vorstandszimmer im denkmalgeschützten Backsteinbau in Zuffenhausen übernommen – auf dessen interne Modernisierung er noch immer warten muss. Auch das eine nachhaltige Strategie, die er locker verschmerzen können wird.

A propos 911: Noch im vierten Quartal wird die Produktaufwertung des Inbegriffs eines Sportwagens in Serie gehen. Vorgestellt wird das Facelift auf der IAA im September. Und auch der neue Alte wird die 52jährige Evolutionsgeschichte wieder mit deutlichen Verbesserungen, zum Beispiel in punkto weitere Emissionsreduzierung und weniger Gewicht, erfolgreich fortschreiben.

Reaching for the Championship

Le Mans, das berühmteste Langstreckenrennen der Welt, lag und liegt Müller besonders am Herzen. Man war angetreten mit dem Anspruch „mithalten“ zu können. Nach 16 Jahren Abstinenz ging es wirklich nicht ums Siegen. „Aber wenn man dann als Führender kurz vor dem Ziel ausgebremst wird, ist das schon bitter.“ Jetzt fiebert der Vorstandsvorsitzende zusammen mit allen Beteiligten dem diesjährigen Rennen an der Sarthe entgegen. Diesmal tritt Porsche sogar mit drei Teams, unter ihnen auch der Formel 1 Fahrer Nico Hülkenberg, und einem „noch besseren 919 Hybrid“ an. The heat is on. Schon Ende März kommt es zum Testrennen, zum WEC-Prolog, gegen Toyota und Audi in Paul Ricard in Südfrankreich.

Und in der Tat verrät Matthias Müller kein Geheimnis, wenn er verkündet, „dass wir dieses Mal schon gerne auf dem Siegerpodest stehen wollen.“ Doch es ist nicht Art for Art’s Sake, es geht nicht um Siegen um des Siegens willen. Vielmehr kommen die Erfahrungen und Erkenntnisse „aus dem rasenden Hightech Labor des 919 Hybrid“ allen zukünftigen Porsche Fahrzeugen und damit den Kunden zu Gute. Heute lautet das Gebot der Stunde mehr denn je: Von der Strecke auf die Straße. Und damit thematisiert der Vorstandsvorsitzende auch die Elektromobilität: „Für uns stellt sich nicht die Frage, ob ein reines Elektrofahrzeug mit einer Porsche-typischen Performance auf die Straße kommt, sondern wann werden wir mit einem solchen Fahrzeug unsere Kunden begeistern.“

Susanne Roeder

©roe